Französische Geheimnisse

Rezension : Michael Lohmann
Deutschmeisterei.de 

Was Sie da sehen, sollten Sie lesen. Ich habe es gelesen, ich habe es – alles in Allem – drei Mal gelesen, glaube ich. Ich habe es bearbeitet. Danielle Ochsner, eine Schweizerin, meinte, ich sollte ihre Tote von St. Loup lektorieren. Was ich gerne tat. Und nein, wie immer, wenn ich etwas empfehle, bekomme ich dafür keinen Sous oder Cent. Wie immer gibt es mit der Autorin keine Absprache, wie immer tue ich dies freiwillig und aus vollem Herzen.

Die titelgebende Tote ist eine ältere Frau names Tata Charlotte. Charlotte ist so etwas wie eines der Zentren des Dorfs. Sie ist omnipräsent, sie arbeitet in der Verwaltung, sie kümmert sich, sie weiß alles, sie hilft. Aber so richtig sympathisch ist sie nicht. Man kann aber auch nichts gegen sie sagen. Im Dorf mag man sie nicht sehr, sie ist etwas sonderlich. Ledig ihr Leben lang, verschroben. Aber wer in der Gemeinde etwas anstellen will, kommt an Tata nicht vorbei. Und nun ist Tata tot.

Es treten auf: die Bewohner des Dorfes in der Nähe von Grenoble, verschlafen (Dorf und Bewohner), davon überzeugt, dass nur ein Fremder ihre Tata umbringen konnte. Ein Kommissar aus dem nahen Städtchen, der mit Familie mal in St. Loup gelebt hat. Ein Geheimnis. Ein verlauster Spanier mit politischer Vergangenheit. Ein dicker Polizist und sein alerter Nachwuchs. Die Buchhändlerin Julie, eine Elfe, wie man sie aus französischen Filmen kennt. Noch ein Geheimnis. Julies Geliebter, Autohändler. Der Bürgermeister. Der Gehilfe des Kommissars. Die Dame, die das Bistro betreibt und eine Vergangenheit aus Männergeschichten hat. Der Sommer und seine Geheimnisse. Alkohol. Nächte. Und alles eben irgendwie französisch, auch wenn die Autorin waschechte Schweizerin ist.

Danielle Ochsner findet eine wunderbare Sprache. Streckenweise melancholisch. Sie beobachtet hervorragend. Sie schreibt ruhig. Sie lässt den Menschen ihre Geheimnisse. Und sie überrascht. Mich als Ersten, bei der ersten Lektüre des Buchs. Meine Hochachtung!

Sie sollten mit diesem Text neugierig werden. Sie sind es geworden? Dann könnten Sie das Buch bestellen, als Taschenbuch oder als digitales. Ich verspreche Ihnen … ach, Schmarrn, lesen Sie!

Danke herzlich für deine Impression. Nur einer, der schon mal ein Werk veröffentlicht hat weiss, was für eine Arbeit dahinter steckt. 
Gut haben wir die Stunden nicht gezählt. Dennoch war und ist die Geschichte jede Nanosekunde wert, die ich investiert habe. (Finde ich. )
Merci nochmal, Michael!

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